Drucken

Essentielle Fettsäuren

Essentielle und ungesättigte Fettsäuren aus Ölen sind ebenfalls wichtig bei der Rohfütterung und haben einen Einfluss auf nachfolgende Körperfunktionen:

·      Haut- und Fellstoffwechsel
·      Hormoneller Stoffwechsel
·      Immunsystem
·      Entzündungsprozesse im Körper
·      Herz- Kreislaufsystem
·      Essentielle Fettsäuren sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen im Körper und dienen der Gesunderhaltung der Zellen und somit des gesamten Stoffwechselgeschehens.
 
Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren ist häufig zuerst an Haut- und Fell erkennbar.
 
Symptome bei einem Mangel an Fettsäuren:
·      Trockenes, stumpfes Fell
·      Schuppen
·      Juckreiz
·      Haarausfall (Alopezie)
·      Blutungsneigung durch Mangel an Blutplättchen
·      Wachstumsstörungen bei Jungtieren
·      Verzögerte Wundheilung
·      Ekzembildung etc.
 
Zuerst eine kleine Erklärung der einzelnen Fettsäuren:
Gesättigte Fettsäuren
Gesättigte Fettsäuren kommen überwiegend in Fetten tierischen Ursprungs vor, wie z.B.:
 
·      Butter
·      Hartkäse
·      Sahne
·      Schmalz
·      Rindertalg
·      Fleisch
·      Kokosfett (pflanzlich)
·      Palmkernfett (pflanzlich)
Viele Fette mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben eine feste Konsistenz und dürfen durch den hohen Schmelzpunkt auch erhitzt werden.
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten gesättigten Fettsäuren:
 
·      Palmitinsäure
·      Laurinsäure
·      Myristinsäure
·      Stearinsäure
 
Einfach ungesättigte Fettsäuren
1-fach ungesättigte Fettsäuren sind Fettsäuren, die der Körper selbst bilden kann und somit nicht essentiell sind.
 
·      Ölsäure: Wichtig für die Funktion und Elastizität der Zellwände.
·      Palmitoleinsäure
·      Erucasäure: Speiseöle und - fette sollten nicht mehr als 5% Erucasäure enthalten.
 
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essentiell und müssen somit über die Nahrung aufgenommen werden.
Sie lassen sich in 2 Gruppen unterscheiden:
1.  Omega 3 – Fettsäuren:
  • Alpha - Linolensäure (ALA)
  • Stearidonsäure
  • Eicosapentaensäure (EPA)
  • Docosapentaensäure (DPA)
  • Docosahexaensäure (DHA)
2. Omega 6 – Fettsäuren:
  • Linolsäure
  • Eicosadiensäure
  • Eicosatriensäure
  • Gamma-Linolensäure
  • Dihomogammalinolensäure
  • Arachidonsäure
Katzen können bestimmte Fettsäuren nicht selbst herstellen. Deshalb gehören z.B. die Linolsäure (Omega 6) und die α-Linolensäure (Omega 3) zu den essentiellen Fettsäuren. Diese sollten über die Nahrung aufgenommen werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Arachidonsäure. Hunde sind in der Lage diese aus γ-Linolensäure als Vorstufe Di-homo-γ-Linolensäure selbst umzuwandeln.
Katzen können die γ-Linolensäure nicht umwandeln, da ihnen ein Enzym fehlt, welches jedoch für die Kettenverlängerung* notwendig wäre.
Jedoch können Katzen aus Di-homo-γ-Linolensäure, wie sie in Nachtkerzen- und Borretschöl (und sonst in KEINEM weiteren pflanzlichen Öl!!!!) enthalten ist, über den Einbau einer Doppelbindung Arachidonsäure bilden.
(*Kettenverlängerung: Linolsäure -> γ-Linolensäure -> Di-homo-γ-Linolensäure -> Arachidonsäure; der Pfeil steht für die Umwandlungsreihenfolge im Körper. Erhält die Katze z.B. Sonnenblumenöl fängt die Kette bei der Linolsäure an, geht noch weiter zur γ-Linolensäure und dann ist Schluss! Bei Nachtkerzenöl und Borretschöl fängt die Kette erst bei der Di-homo-γ-Linolensäure an).
Somit sind NUR Nachtkerzen- und Borretschöl als pflanzliche Öle für Ihre Katze geeignet.
 
Mit Nachtkerzen- oder Borretschöl erhalten Sie wichtige Omega-6-Fettsäuren und durch Lachs- oder Krillöl in erster Linie Omega-3-Fettsäuren.
 
Dorschlebertran enthält viel Vitamin A und einen kleinen Anteil an Vitamin D und Omega 3-Fettsäuren.
 
Für Katzen mit Epilepsie ist die Einnahme von Nachtkerzen- und Borretschöl nur bedingt geeignet. Die darin enthaltende Linolsäure kann verstärkt zu Anfällen führen. Bitte informieren Sie sich dazu z.B. bei Ihrem Tierarzt.
 
Bitte achten Sie beim Kauf von Ölen darauf, dass es sich um kaltgepresste Öle handelt. Hier wird gewährleistet, dass kaltgepresste Öle schonend hergestellt wurden und so die essentiellen Fettsäuren und Vitamine in den Ölen erhalten bleiben.
 
Das Verhältnis der Fettsäuren sollte ca. 4-5:1 (Omega 6 : Omega 3) betragen. 

Kurz zusammengefasst:
 
·      Tierisches Fett liefert Energie, Arachidonsäure und hauptsächlich gesättigte Fettsäuren.
 
·      Kaltgepresste Öle liefern Omega-3-6-Fettsäuren, Vitamine und hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren.
 
Bitte beachten Sie, dass Vitamin E als Antioxidant wirkt und sowohl Nahrungsfette als auch Körperlipide vor Peroxidbildung schützt. Katzen brauchen in ihrer Nahrung viel Fett und vor allem ungesättigte Fettsäuren, diese wiederum ziehen einen Mehrbedarf an Vitamin E nach sich.
 
Zusammen mit anderen Zusätzen sollte also auch Vitamin E hinzugefügt werden. Die Menge an sich würde rein theoretisch die Bedarfswerte überschreiten. Aber auch hier zieht man den Mehrbedarf aufgrund des Oxidationsprozesses in die Berechnung mit ein.
 
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

© Simone Wurth 2010