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Müssen Innereien sein?

Müssen Innereien sein?

 
Es wird immer gesagt, dass man bei der Rohfütterung quasi ein Beutetier „nachbaut“, um die Katze oder den Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen.
 
Dies bedeutet, dass man Muskelfleisch mit Innereien, Knochen, Haut, evtl. auch Blut verfüttert.
 
Innereien, wie z.B. Herz, Leber, Magen, Niere enthalten lebensnotwendige Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, die nur mit Muskelfleisch nicht abgedeckt werden können.
 
Was sind Innereien?
Herz:
Das Herz ist ein Hohlmuskel, der Blut durch den Körper pumpt. Somit wird der Körper mit Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.
Herz wird mit ca. 5-15% bei der Katze und ca. 5-6% beim Hund der Barfmahlzeit hingefügt, zählt aber streng genommen nicht zu den Innereien, da es zum hochwertigen Muskelfleisch gehört.
Es enthält B-Vitamine, Vitamin E, Kupfer, Kalium und ist reich an Purin.
Aufgrund des hohen Purinanteiles kann ein "Zuviel" an Herz Durchfall verursachen.
 
Lunge:
In der Lunge findet der Gasaustausch statt. Kohlendioxid wird ausgeschieden und das Blut mit Sauerstoff angereichert.
Die Lunge ist keine reine Innerei und kann bis zu 10% der Barfmahlzeit ausmachen.
Sie ist reich an Taurin und enthält B-Vitamine, Folsäure, Kalium, Vitamin E, Kupfer und Zink. Sie ist recht fettarm und reich an Protein. Durch ihr Volumen kann sie z.B. bei Diäten als „Sattmacher“ eingesetzt werden.
Auch hier gilt, ein "Zuviel" kann Blähungen oder Durchfall verursachen.
 
Milz:
Die Milz dient der Blutbildung und der Immunabwehr, sowie der Blutbildung und –speicherung.
Sie hat ähnliche Inhaltsstoffe wie die Lunge und enthält aber auch relativ viel Eisen.
Die Milz kann mit ca. 2-3% der Barfmahlzeit hinzugefügt werden, ist aber nicht zwingend erforderlich, da sie einen hohen Bindegewebsanteil hat und deshalb etwas schwerer verdaulich ist.
 
Magen:
Magen und Darm sorgen u.A. mit ihren starken Muskelkontraktionen für die Nahrungszerkleinerung und sind natürlich für die Verdauung verantwortlich.
Streng genommen gehört der Magen (wie auch der Darm) ebenfalls somit nicht zu den Innereien, wird aber bei Katzen z.B. als solche dazugezählt.
Ca. 5-7% Magen kann der Fleischmahlzeit hinzugefügt werden.
Bei Hunden machen Pansen (einer der größten Magen vom Rind) oder Blättermagen ca. 20% der Barfmahlzeit aus. Der grüne (ungewaschene!) Pansen enthält noch pflanzliche, vorverdaute Reste und somit für den Hund wertvolle Vitamine. Ebenso hat Pansen ein gutes Calcium-Phosphor-Verhältnis.
Sogar einige Katzen mögen Pansen recht gerne. Falls dies so ist, kann man hier ca. 4-5% Pansen hinzufügen.
Magen ist z.B. ein wertvoller Zinklieferant.
 
Niere:
Die Nieren sind Entgiftungsorgane und scheiden Giftstoffe und Stoffwechselprodukte aus.
Niere kann mit ca. 1-3% der Barfmahlzeit hinzugefügt werden, aber hier ist die Akzeptanz nicht immer unbedingt gegeben.
Sie enthält Vitamin B, Eisen, Folsäure und ist reich an Selen und ist somit auch ein wertvoller Nährstofflieferant.
 
Leber:
Auch die Leber ist ein Entgiftungsorgan, welche Giftstoffe und Stoffwechselprodukte abbaut und ausscheidet.
Sie enthält u.A. Glycogen (Leberstärke oder auch tierische Stärke genannt). Da die Leber aber auch mit z.B. Eisen, Kupfer, Biotin, Selen, Vitamin A, B und D sowie Zink nährstofftechnisch sehr hochwertig ist, sollte man Leber den Fleischmahlzeiten auf jeden Fall hinzufügen. Dies sollte aber wohldosiert sein.
Zumal ein „Zuviel“ an Leber auch Durchfall verursachen kann.
Bei der Katze kann 2-5% täglich hinzufügt, beim Hund täglich eine kleinere Menge supplementiert werden oder wie es im Allgemeinen üblich ist an 3 Tagen in der Woche einen Innereien-„Cocktail“.
 
Innereien sind somit hochwertige Nährstoff-Lieferanten, die bei der Rohfütterung unbedingt mit eingesetzt werden sollten.
 
Speziell z.B. bei Katzen ist es so, dass diese manchmal Innereien nicht akzeptieren.
Hier muss man diese entweder ersetzen oder langsam in klitzekleinen Mengen unter das Muskelfleisch schmuggeln.
 
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.