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Pflanzlichen Öle bei der Katze

Pflanzlichen Öle bei der Katze

Warum sind nicht alle pflanzliche Öle für meine Katze geeignet?

 
Es kursiert in der Regel folgende falsche Aussage: Gib deiner Katze kein pflanzliches Öl, ist ungeeignet!
Hierzu erfolgt aber niemals eine weitere Erklärung oder Einschränkung.
 
Aus diesem Grunde folgt nun eine kleine, aber höchst interessante, wissenschaftlich angehauchte ;-) Erklärung, warum Sie Ihrer Katze z.B. kein Distel-, Lein-, Hanf- oder Sonnenblumenöl geben sollten.
 
Katzen können bestimmte Fettsäuren nicht selbst herstellen. Deshalb gehören z.B. die Linolsäure und die α-Linolensäure zu den essentiellen Fettsäuren. Diese sollten über die Nahrung aufgenommen werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Arachidonsäure.
Hunde sind in der Lage diese aus γ-Linolensäure als Vorstufe Di-homo-γ-Linolensäure selbst umzuwandeln. Katzen können die γ-Linolensäure nicht umwandeln, da ihnen ein Enzym fehlt, welches jedoch für die Kettenverlängerung* notwendig wäre. Jedoch können Katzen aus Di-homo-γ-Linolensäure, wie sie in Nachtkerzen- und Borretschöl (und sonst in KEINEM weiteren pflanzlichen Öl!!!!) enthalten ist, über den Einbau einer Doppelbindung Arachidonsäure bilden.
(*Kettenverlängerung: Linolsäure -> γ-Linolensäure -> Di-homo-γ-Linolensäure -> Arachidonsäure; der Pfeil steht für die Umwandlungsreihenfolge im Körper. Erhält die Katze z.B. Sonnenblumenöl fängt die Kette bei der Linolsäure an, geht noch weiter zur γ-Linolensäure und dann ist Schluss! Bei Nachtkerzenöl und Borretschöl fängt die Kette erst bei der Di-homo-γ-Linolensäure an)
 
Somit sind NUR Nachtkerzen- und Borretschöl als pflanzliche Öle für Ihre Katze geeignet.
 
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
© Simone Wurth 2015